Groninger Folkgroep Törf - Jacob Pieters Beukema
  
Jacob Pieters Beukema
übersetzt von Peter Mioch.

Am 23. August 1782 wurde Jakob Pieters Beukema als ältester Sohn des Bäckers Pieter Jakobs Beukema und Klara Pieters in Ulrum geboren. Schon früh verlor er seinen Vater, der 1788 mit 27 Jahren bei einer Schlittschuhfahrt zwischen Winsum und Onderdendam ums Leben kam. Trotz dieses Verlustes war seine Mutter in der Lage, ihrem Sohn eine Ausbildung als Lehrer zuteil werden zu lassen. Neben Jakob Pieters musste sie noch zwei andere Söhne versorgen und erziehen.

Schon mit siebzehn Jahren konnte er in Baflo seine erste Stelle als Lehrer antreten. Da begegnete er auch Jantjen Faber, die er 1804 heiratete. Von den insgesamt acht Kindern, die sie bekamen, überlebten nur drei Kinder den Vater Jakob Pieters. Er arbeitete 1804 noch kurze Zeit in Tinallinge, um sich im selben Jahr endgültig in Leens niederzulassen.

Dort wurde er zum Schulmeister, Küster und Vorsänger ernannt. Im Gegensatz zu vielen anderen Lehrern in Nord-Groningen wurde er nicht auch noch zum Organisten in der Kirche bestimmt. Er vertrat aber manchmal den festen Organisten Willem Albert Wolthuis. Das Verhältnis zu Wolthuis war jahrelang sehr gespannt. Beukema zufolge versagte er als Musiker und schlief auch regelmäßig während des Gottesdienstes ein. Die Beziehung wurde dann 1816 so problematisch, dass die Gemeindeverwaltung die beiden ermahnen und zwischen ihnen schlichten musste.

In Leens bewohnte Beukema die Küsterei im nordöstlichen Teil des Kirchhofes. Hier regelte er auch die Angelegenheiten der reformierten Diakonie. Mit der Zeit machte er als Lehrer Karriere und stieg in den zweiten Rang auf. Nach dem Schulgesetz von 1806 musste ein Lehrer des vierten Ranges lesen, schreiben und Anfänge der Rechenkunst beherrschen. Die Lehrer des dritten Ranges mussten darüber hinaus noch Kenntnisse der niederdeutschen Sprache haben und mit Brüchen rechnen können. Während seines Examens für den zweiten Rang wurden seine Kenntnisse in Erdkunde und Geschichte getestet. Es ist nicht bekannt, ob Beukema jemals den ersten Rang erreicht hat. In diesem Fall hätte er noch über Kenntnisse in Physik und Chemie verfügen müssen.

Sein Interesse für Geschichte war groß. Im Jahr 1819 gewann er mit einer historischen Beschreibung über Groningen eine Preisfrage, die vom Kultusausschuss für die Provinz Groningen ausgeschrieben wurde. Dieser Aufsatz wurde 1821 als Schulbuch herausgegeben.

Aber wie war er als Lehrer? Die Bewertungen der Aufsichtsbeamten waren unterschiedlich. Regelmäßig wurde er wegen seiner Fähigkeiten gelobt. Es klang aber auch Kritik in ihren Berichten durch. So wird er 1817 als faul, träge und lustlos umschrieben.

Lehrer Beukema verfügte über sehr beschränkte Unterrichtsmittel. In einem Raum der Küsterei unterrichtete er alle Kinder gleichzeitig. Im Jahr 1822 zählte der Schulaufsichtsbeamte nicht weniger als 100 Kinder dicht gedrängt in dem schlecht in Stand gehaltenen, beklemmenden Raum. Von der Gemeinde kam erst 1828 Geld für eine Erweiterung und Verbesserung des Angebotes. Beukema bezog sein Einkommen aus unterschiedlichen Quellen. Insgesamt verdiente er beispielsweise 1838 einen Betrag von ƒ443.44. Das war für die Zeit ein vernünftiges Einkommen. Neben seinem Interesse für Musik, beschäftigte sich Beukema auch mit der Dichtkunst. Er schrieb einige kurze Gedichte und so genannte Epigramme. Im Turm von Leens ist beispielsweise das folgende Epigramm von ihm zu lesen:

Als men luiden wil is 't plicht
Dat de hamer wordt gelicht

Wenn man läuten will, ist es Pflicht
Dass der Hammer gehoben wird

Er ist zugleich der Autor des Leenster Volksliedes. 1854 wird er für seine fünfzigjährige Tätigkeit als Lehrer mit einem großen Festakt geehrt. Eine der Festreden wurde von Professor Hofstede de Groot gehalten.

Aus diesem Anlass wurde eine Gedenktafel herausgegeben, die jedem Schüler überreicht wurde. Fünf Jahre später, im Jahr 1859, starb Jakob Pieters Beukema.